Wirtschaftsministerin Ilse Aigner fordert Abschaffung der Zeitumstellung

Zeitumstellung AbschaffenDer Einsatz zeigt Wirkung! Die Petition zur Zeitumstellung ist zwar noch nicht eingereicht, aber Herr Hilgers (Arzt, und Initiator der Petition), war seit letztem Herbst unermüdlich im Einsatz; nicht nur in der Presse, sondern auch in der Politik.

Und es scheint Wirkung zu zeigen: Die Wirtschaftsministerin Ilse Aigner beschäftigt sich mit dem Thema und fordert jetzt ebenfalls ein Ende der Zeitumstellung.

Dabei greift sie die Argumente auf, die wir auch hier auf der Webseite „Zeitumstellung Abschaffen“ schon öfter genannt haben:

  • Die Zeitumstellung brachte niemals den erwünschten Energiespareffekt
  • Die Zeitumstellung verursacht einen „Mini-Jetlag“
  • Betroffene seien vor allem Kinder und Eltern
  • In der Landwirtschaft kommt es zu Problemen, z.B. im Zusammenhang mit den Melkzeiten bei den Kühen.

Es gibt zwar noch gravierender Probleme im Zusammenhang mit der Zeitumstellung, aber die wird die Ministerin wohl noch prüfen lassen wollen.

Wir hoffen, dass sich die Politik intensiver dieses Themas annimmt und schließlich auch eine Initiative in der EU startet.

Sie meinen auch, dass die Zeitumstellung endlich abgeschafft werden sollte? Dann fordern Sie hierzu den kostenlosen Informations-Newsletter an. Sie verpflichten dabei zu nichts. Der Newsletter dient nur dazu, sie zu dem Thema auf dem laufenden zu halten und eventuell über neue oder weitere Petitionen zu informieren:

Russland führt die „Winterzeit“ (=Normalzeit) ein

Zeitumstellung AbschaffenAktuelle Meldung von „Simme Russlands“: In Russland soll die „Winterzeit“ wieder eingeführt werden. Dabei gibt es ja eigentlich gar keine „Winterzeit“, sondern nur die Normalzeit.

Das Unterhaus des russischen Parlaments – die Staatsduma – hat das Gesetz über die Zeitrechnung gebilligt. Demzufolge soll schon in diesem Herbst die „Winterzeit“ wieder eingeführt werden. Russland wird sich der astronomischen Zeit annähern und am 26. Oktober eine Stunde länger schlafen. Die Moskauer Zeit wird der dritten Zeitzone auf der Skala der koordinierten Weltzeit entsprechen.

Anders gesagt, wird der Zeitunterschied zwischen Moskau und Greenwich statt der heutigen vier Stunden wieder drei Stunden betragen. Außerdem sollen zwei Zeitzonen in Russland wiedereingeführt werden. Somit wird es insgesamt elf Zeitzonen geben. Jeglicher Zeit- bzw. Zeitzonenwechsel wird nun nicht von der Regierung, sondern vom Parlament geregelt werden. Michail Serdjuk, Abgeordneter der Staatsduma von der Partei „Gerechtes Russland“, äußert sich dazu folgendermaßen:

„Der gesunde Verstand hat gewonnen. Alle Fraktionen der Staatsduma, einschließlich „Geeintes Russland“, haben unseren Vorschlägen zugestimmt. Endlich können wir nun die Zeit mit den astronomischen Werten in Einklang bringen. Die Leute und ihre Kinder werden sich nicht mehr quälen müssen, sondern auf ihre übliche Art und Weise leben, mit Hinblick auf alle Besonderheiten des großen russischen Territoriums.“

Die meisten Einwohner Russlands waren für die Wiedereinführung der „Winterzeit“
aufgetreten. Denn die „ewige Sommerzeit“ sorgte für viele Gesundheitsprobleme. Sergej Kalaschnikow, Leiter des Duma-Ausschusses für Gesundheit, meint dazu Folgendes:

„Es ist an der Zeit, damit aufzuhören. Die Menschen wollen im nächsten Winter nicht mehr unter den Bedingungen leben, die es in den drei vergangenen gegeben hat. Am 26. Oktober wird die Zeit unbedingt um eine Stunde zurück versetzt.“

Mehr noch:

Die Regionen des Landes werden die Möglichkeit bekommen, ihre jeweiligen
Zeitzonen selbständig zu bestimmen, um die Ortszeit der astronomischen Zeit maximal anzupassen. Solch eine Zeit-Freiheit hat Russland im Laufe seiner Zeitgeschichte noch nie erlebt. […]“

Die Originalnachricht ist einsehbar unter: http://german.ruvr.ru/2014_07_01/In-Russland-soll-Winterzeit-wieder-eingefuhrt-werden-8021/

Zudem vermeldet die Nachrichtenagentur Interfax, daß Russland keine weiteren
Uhrumstellungen im Frühjahr auf „Sommerzeit“ vornehmen werde, d.h. es wird zu einer ganzjährigen Normalzeit gewechselt.

Möge diese Entscheidung der russischen Politiker auch unseren gewählten Volksdienern in Deutschland und Europa die Kraft und den Mut geben, den selben Schritt in Richtung Gesundheit zu gehen und die „Sommerzeit“-Verordnung endlich abzuschaffen.

Mit gesundheitlichem Gruß

Ihr

Hubertus Hilgers

Zu wenig Schlaf durch die Zeitumstellung?

von: Hubertus Hilgers, Arzt

Zeitumstellung AbschaffenVon zahlreichen Wissenschaftlern rund um den Globus wird immer wieder das Thema des Schlafmangels und dessen Auswirkung auf unseren Organismus untersucht.

Verschiedene Untersuchungen an der Pennsylvania State Universität ergaben jetzt eindeutig, daß auch ein partieller Schlafentzug negative Auswirkungen auf das Körpergewicht haben kann.

Sharon M. Nickols-Richardson und ihr Team fanden anhand einer Analyse von Patientendaten heraus, daß Schlafentzug den Hormonhaushalt beeinträchtigt. Das appetitanregende Ghrelin und das appetitzügelnde Leptin sind dann nicht mehr in der Balance, so das Forscherteam.

Hubertus Himmerich, Projektleiter beim Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum für Adipositas-Erkrankungen in Leipzig, bestätigt diese Ergebnisse: „Mangelnder Schlaf beeinflußt die Appetitregulation“. Dem Experten nach haben Menschen, die nur vier oder fünf Stunden schlafen, weniger Leptin im Blut. Das Hormon, das die Energiezufuhr reguliert, werde in einem solchen Falle vermindert gebildet.

Doch haben die Deutschen tatsächlich chronisch zu wenig Schlaf?

Fakt ist, will man den Wissenschaftler des Rostocker Zentrums zur Erforschung des Demografischen Wandels Glauben schenken, daß zwischen 1999 und 2009 die Zahl der Fettleibigen in Deutschland rasant gestiegen ist. Sollte die Entwicklung im selben Maß voranschreiten, käme es zu einer Steigerung um bis zu 80 Prozent, so die Forscher.

Zu den Hauptursachen für den chronischen Schlafmangel gehört der so genannte „soziale Jetlag“ bedingt unter anderem durch die jahrelange „Sommer“-Zeitverordnung. Till Roenneberg, Chronobiologe der Ludwig Maxiliams Universität München hat ermittelt, daß der Durchschnittsdeutsche heute an Werktagen 38 Minuten weniger schläft als noch vor zehn Jahren.

Auch an der University of Wisconsin Madison widmet sich ein Forscherteam dem Thema des chronischen Schlafmangels. „Anstatt am Abend bei Müdigkeit schlafen zu gehen, bleiben Menschen auf, sehen fern oder haben ein sehr aktives soziales Leben“, erklärt die Psychiaterin Chiara Cirelli. „Dabei versuchen sie den unter der Woche verlorenen Schlaf am Wochenende nachzuholen, indem sie die Stunden hochrechnen.“ Das sei allerdings unmöglich. „Selbst ein zehnstündiger Schlaf in einer Nacht kann das Defizit nicht aufholen“, betont die Forscherin und warnt im Wissenschaftsmagazin PNAS davor, daß Schlafmangel für die menschliche Gesundheit deutlich dramatischere Folgen hat als bisher angenommen.

Die negativen Folgen- von kognitiven Störungen bis hin zu erhöhter Insulinresistenz – machen sich bereits nach wenigen Tagen mit zu wenig Schlaf bemerkbar. Für Cirellis Untersuchung wurden sowohl Freiwillige als auch Laborratten, die ähnliche Reaktionen auf Schlafentzug haben wie Menschen, herangezogen.

Eines ist klar: Kommt durch die langjährige, stets wiederkehrende Zeitumstellung auf die „Sommerzeit“ der innere Biorhythmus und der damit verbundene Schlaf nachhaltig aus dem Tritt, ist es für das Körpersystem schwierig, abends in eine natürliche Ruhe zu finden.

In einer Zeit, in der der äußere Streß im Alltag kontinuierlich zunimmt, sollten wir darauf achten, möglichst jeden inneren Streß, wie z. B. den eines aufgezwungenen widernatürlichen Rhythmus in Form der „Sommer“-Zeitverordnung, zu vermeiden.

Daher bitte ich Sie alle, engagieren Sie sich weiterhin für die Beibehaltung der gesund machenden und Gesundheit erhaltenden Normalzeit.

Liebe gesundheitsbewußte Normalzeitler,

Dank Ihres Engagements konnten weiterhin mehr als 11.500 handschriftlichen Unterschriften gesammelt und zusammen mit unserer Petition beim Petitionsausschuß des Deutschen Bundestages eingereicht werden. Hier rechts sehen Sie mich bei der Abgabe des „Unterschriftenpaktes“ bei der Post.

Wir schauen mit Zuversicht auf alle nachkommenden Schritte und registrieren auch die regen Diskussionen über das Thema “Abschaffung der Sommerzeit-Verordnung” in anderen europäischen Ländern.

So war zum Beispiel letzten Herbst im Radio & Print Medium “Stimme Rußlands” zu lesen, daß Russland mit großer Wahrscheinlichkeit Ende Oktober 2014 dauerhaft zur Normalzeit zurückkehren werde. Einer der Befürworter ist Wladimir Gutenew, Abgeordneter der Fraktion Geeintes Russland, welcher mit Nachdruck auf den seit der Einführung der ewigen Sommerzeit steigenden Libido-Verlust bei den russischen Männern hinweist. Auch der russische Wirtschaftswissenschaftler und Geschäftsführer der Firmengruppe ALOR Sergej Hestanow bestätigte: „[….] Es ist ein offenes Geheimnis, daß die Einführung der ständigen Sommerzeit die Unzufriedenheit eines beträchtlichen Teils der Bevölkerung hervorrief.”

Sergej Kalaschnikow, Abgeordneter der Liberaldemokratischen Partei, regte an, eine überfraktionelle Gruppe zur Durchsetzung des Winterzeit-Gesetzes zu bilden. „Die Gesundheit der Nation […] muß über den politischen Vorlieben und parteilichen Ambitionen stehen“, erklärte der Parlamentarier. Die Umstellung auf die Winterzeit war in Russland im Sommer 2011 abgeschafft worden und die Anzahl der Zeitzonen im Land von elf auf neun reduziert mit allen negativen Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung und das wirtschaftliche Wachstum des Landes.

Und auch in Frankreich mehren sich die Stimmen für eine Abschaffung der Sommerzeit-Verordnung, die hier bereits die höchste Ebene erreicht haben. Die französische Regierung und der französische Staatspräsident Hollande möchten in Frankreich zur ganzjährigen Normalzeit zurückkehren, unter anderem auch deshalb, weil festgestellt wurde, daß seit der Einführung der Sommerzeit-Verordnung im Jahre 1980 in Westfrankreich die Selbstmordrate während der Monate April bis Ende Oktober nachweislich um 300% angestiegen ist.

Die Bewegung hin zu einer an den natürlichen Rhythmus angepaßten Zeitrechnung erfaßt neben Deutschland auch viele andere europäischen Länder, und so dürfen wir uns mit unserem Engagement als Teil einer größeren Bewegung erfahren.

Ich danke Ihnen nochmals für Ihren Einsatz und wünsche uns allen im Sinne unserer Gesundheit den bestmöglichen Erfolg.

Ihr

Hubertus Hilgers

Aufruf zur Petition Sommerzeit-Verordnung

Zeitumstellung AbschaffenUnsere Gesundheitspetition MOMO wurde im Rahmen einer Sammelpetition am 5. November 2014, als eine von 65 Petitionen zum Thema „Beibehaltung der Normalzeit und Abschaffung der Sommer-Zeitverordnung MESZ“ im Petitionsausschuß des Deutschen Bundestages besprochen.

Der Deutsche Bundestag hat die Petitionen daraufhin am 13. November 2014 abschließend beraten und beschlossen, diese

a) der Bundesregierung – dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie – zu überweisen und

b) dem Europäischen Parlament zuzuleiten.

Der genaue Wortlaut des Beschlusses ist einzusehen unter:

https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2013/_10/_27/
Petition_46575.abschlussbegruendungpdf.pdf

Dieser Beschluß gilt auch für unsere Petition mit der Nummer: Pet 1-18-09-71801-007875

Durch die gelieferten Begründungen werden zwei Dinge offensichtlich:

  1. Bei der Sommer-Zeitverordnung steht nicht etwa die Gesundheit der Bevölkerung im Vordergrund, sondern allein das wirtschaftliche Interesse, etwa die Harmonisierung zum Zwecke “des reibungslosen Funktionierens des Europäischen Binnenmarktes”.
  2. Ferner wird durch den Beschluß suggeriert, das Europäische Parlament sei für eine grundsätzliche Entscheidung in dieser Angelegenheit alleine verantwortlich. Tatsache ist jedoch, daß durch ein entsprechendes Ansinnen der einzelnen Landesregierungen im europäischen Rat an die Europäische Kommission diese durchaus ihr Initiativrecht gegenüber dem Europäischen Parlament geltend machen und eine entsprechende Gesetzesänderung bewirken kann. (siehe: http://www.epochtimes.de/CDU-Europapolitiker-Reul-will-Sommerzeit-abschaffen-a1191469.html)

Es gilt nun also, auch die Bundesregierung zu überzeugen, daß wirtschaftliche Interessen keinesfalls die Gesundheit der Bevölkerung bedrohen dürfen. (Ganz abgesehen davon, daß auch der wirtschaftliche Nutzen der Sommer-Zeitverordnung mehr als umstritten ist).

Unsere Gesundheit ist unser höchstes Hab und Gut und die wichtigste Grundlage für ein gesundes wirtschaftliches Wachstum!

Da die Gesundheitspetition aus unserer Warte zu Unrecht – an das Wirtschaftsministerium weitergeleitet wurde, haben wir uns entschlossen, neben dem Gesundheitsausschuß des Deutschen Bundestages nun auch direkt das Gesundheitsministerium und den zuständigen Gesundheitsminister, Herrn Karl Lauterbach, zu kontaktieren (poststelle@bmg.bund.de).

Machen Sie mit und schreiben auch Sie einen Brief oder eine E-Mail an das Bundesministerium für Gesundheit und den Gesundheitsminister.

Schildern Sie als Betroffene in kurzen Worten Ihre ganz persönlichen, negativen Erfahrungen mit der künstlichen „Sommerzeit“ MESZ, wie z. B. die damit verbundenen Ein- und Durchschlafstörungen, Konzentrationsschwächen, Verdauungsbeschwerden, Erschöpfungssymptome, Bluthochdruck etc, und helfen Sie dadurch, unserer Regierung die Augen zu öffnen.

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat zur Zeit zwei Dienstsitze:

  1. BMG, Rochusstraße 1, 53123 Bonn
  2. BMG, Friedrichstraße 108, 10117 Berlin

e-Mail-Adresse: info@bmg.bund.de

Vielen Dank im Voraus für Ihr beharrliches persönliches Engagement!

Hubertus Hilgers

Arzt und Initiator der Petiton „Beibehaltung der Normalzeit – Abschaffung der Sommerzeitverordnung„.

Anschrift:
Fröbelstraße 7
91058 Erlangen

Für Interview-Anfragen schreiben Sie bitte eine E-Mail an MEZ.MOMO@gmx.de
Ich melde mich dann schnellstmöglich bei Ihnen.

Beiträge & Interviews mit Herrn Hilgers:

Darüberhinaus finden Sie weitere Beiträge von Herrn Hilgers auf dieser Webseite zu folgenden Themen:

Desweiteren ist unter:
http://www.mdr.de/mdr-info/audio815898.html
ein Radiointerview des MDR info zu hören, welches zu einem sehr kurzfristigen Interview im ARD Magazin Brisant führte, welches auch in der ARD zu sehen war.

Schlafmangel beeinflusst die Gene!

von: Hubertus Hilgers, Arzt

Zeitumstellung AbschaffenWir alle kennen den Satz „Kleine Ursache große Wirkung“. In den letzten Monaten haben wir Sie immer wieder darüber informiert, wie tief und vielschichtig die gesundheitlichen Auswirkungen durch das Verstellen der Uhr von der Normalzeit auf die Sommerzeit ist, wie sehr gerade unsere gesunde Schlafdauer und unser körperlicher Biorhythmus beeinträchtigt werden.

Eine wissenschaftliche Studie zeigt nun, daß Schlafmangel sogar zahlreiche Gene, sprich das menschliche Erbgut beeinflußt. Dies berichten Wissenschaftler in dem Fachmagazin “Proceedings” der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften. Es wird in dieser Studie aufgezeigt, daß alleine ein Schlafmangel im Umfang von sieben Nächten mit einem maximalem nächtlichen Schlafvolumen von sechs Stunden bei den Probanden bis zu 711 Gene beeinflußt hat. Die Originalarbeit ist unter http://www.pnas.org/content/110/12/E1132 einsehbar.

In Rußland wurde 2011 auf die ganzjährige Sommerzeit gewechselt, doch auch eine solche Verordnung hat ihren Preis. Gerade in den Monaten der dunklen Jahreszeit spielt der konsequente morgendliche Kontakt mit dem natürlichen Tageslicht eine ganz entscheidende Rolle. Durch den Einfluß des Tageslichtes wird die Produktion des Schlafhormons Melantonin beendet, und damit erhält der Körper ein deutliches Zeichen, seinen Stoffwechsel zu aktivieren. Geschieht dies gleich am Morgen kurz nach dem Erwachen, hält die positive Wirkung den Tag über an. Bekommt der Körper jedoch am Morgen kein Tageslicht ab, haben wir den ganzen Tag das Gefühl, nicht richtig in die „Pötte“ zu kommen.

Und tatsächlich schlägt den Russen die durchgehende Sommerzeit auf das Gemüt. Bereits im ersten Jahr „ewige Sommerzeit“ in Rußland (2011-2012) berichteten die dortigen Ärzte von einer signifikant steigenden Zahl von Selbstmorden wegen Depressionen. Die russische Psychologin Viktoria Arschinowa bringt es auf den Punkt: „Unsere innerliche biologische und äußere gesellschaftliche Uhr ist aus dem Gleichgewicht gebracht”.

Daneben bleiben in Rußland leider auch mögliche wirtschaftliche Vorteile der ganzjährigen Sommerzeit aus. Ganz im Gegenteil, es wurde unter anderem festgestellt, daß die Effektivität bei Erwachsenen und auch die Aufnahmefähigkeit von Schülern um mindestens 10 Prozent gesunken ist. Es konnte ein Rückgang des Bruttoinlandsproduktes in Rußland um bis zu 600 Milliarden Rubel (umgerechnet bis zu 15 Mrd. Euro) verzeichnet werden. Selbst die Geburtenrate ging merklich zurück.

Hätten wir es hier nicht mit einer Sommerzeitverordnung, sondern mit einem Medikament zu tun, das derartige Nebenwirkungen erzeugt, wäre es längst vom Markt genommen worden.

Mehr zum Thema lesen Sie auch im Beitrag: Zu wenig Schlaf durch die Zeitumstellung.

Negative Folgen der Sommerzeit

von: Hubertus Hilgers, Arzt

Zeitumstellung AbschaffenEs häufen sich die negativen Meldungen zu den Folgeerscheinungen der Zeitumstellung auf die so genannte „Sommerzeit“.

So stieg einer Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden zufolge dieses Jahr noch im selben Monat der Zeitumstellung die Anzahl der Verkehrsunfälle um 4,5% im Vergleich zum Vorjahresmonat. Dabei erhöhte sich die Zahl der Unfälle mit Personenschaden deutlich stärker wie die Zahl der Unfälle, bei denen es sich nur um reine Sachschäden handelt.

Auch gab es in diesem Monat insgesamt 301 Verkehrstote zu beklagen, wobei dies 88 mehr gestorbene Menschen sind als im Durchschnitt von Januar bis März. Dies bedeutet eine Steigerung von 41% der tödlich Verunglückten.(Quelle:https://www.destatis.de/DE/PresseService/
Presse/Pressemitteilungen/2014/06/PD14_217_46241.html)

Eine weitere beunruhigende Nachricht wurde im Juni diesen Jahres aus dem deutschen Müttergenesungswerk verlautbart. Wie aus den internen Daten hervorgeht, leiden immer mehr deutsche Mütter unter Erschöpfung und Burnout. Anne Schilling, Geschäftsführerin des Müttergenesungswerkes, spricht von einer steigenden Zahl an Müttern mit Erschöpfungssyndrom, Schlafstörungen, Angstzuständen, Kopfschmerzen oder ähnlichen Erkrankungen. Alles Symptome, die laut Chronobiologenstudie von Till Rönneberg mit der verschobenen inneren Uhr zusammenhängen.

Mehr Alkoholabhängige

Und schließlich ist auch die Zahl der Alkoholabhängigen in Deutschland innerhalb weniger Jahre deutlich gestiegen. Bei den zur Zeit geschätzten 1,8 Millionen Alkoholabhängigen handelt es sich dabei verstärkt um junge Erwachsene unter 25 Jahren, wie aus einer neuen Erhebung des Instituts für Therapieforschung in München hervorgeht. Dr. med. Harald Terpe zeigte sich äußerst besorgt, denn seit 2006 sei die Zahl der alkoholabhängigen bereits um ganze 36 Prozent gestiegen.

Dazu kommt, daß Studien zufolge in Deutschland weitere 2,3 Millionen Menschen von Schmerzmitteln, Schlafmitteln oder Beruhigungsmitteln abhängig sind. Weitere 5,6 Millionen Menschen sind demnach tabakabhängig. Durch den regelmäßigen Alkohol-, Nikotin- und Tablettenkonsum versuchen die Betroffenen, innerlich die Ruhe wiederzuerlangen, die ihnen durch den ständigen „sozialen Jetlag“ im Außen verloren gegangen ist.

Als größte Wirtschaftsnation baut Japan zur Erhaltung des Bruttosozialproduktes auf einen stabilen Grundrhythmus seiner Bevölkerung. Hier wird auf die Umstellung der Zeiger verzichtet, und die Menschen erfreuen sich bis ins hohe Alter an ihrer Gesundheit und Leistungsfähigkeit.

Die erwähnten Themen aus den letzten Monaten zeigen, daß weiterhin ein ganz akuter Handlungsbedarf besteht.

Unabhängig unserer Petition setzen wir daher derzeit alle unsere Kräfte daran, weitere Wege zu finden, um die politische Entscheidung für eine Abschaffung der „Sommerzeit“-Verordnung in Deutschland und Europa verstärkt voranzutreiben.

Schlafforscher kritisieren die Sommer-Zeitverordnung

von: Hubertus Hilgers, Arzt

Zeitumstellung Abschaffenführende Schlafforscher kritisieren, schon seit Jahren, die Umstellung auf die sog. „Sommerzeit“ (MESZ). „Ich halte sie nicht nur für überflüssig, sondern auch für schädlich“, sagt der Regensburger Psychologe und Schlafmediziner Jürgen Zulley. Der Münchner Chronobiologe Till Roenneberg nennt die Sommerzeit einen „von oben diktierten Eingriff in unser biologisches Zeitsystem“.

Neue Untersuchungen zeigen, laut Roenneberg, daß sich die Zeitumstellung nicht nur kurzfristig negativ auf die Gesundheit auswirkt, etwa in Form von Schlafstörungen oder vermehrten Herzinfarkten. Vielmehr stören die verschobenen Sonnenauf- und Untergangszeiten sieben Monate praktisch täglich bis zum Anfang der Normalzeit die innere Uhr der Bevölkerung. Das führt zu chronischem Schlafmangel, der generell als ungesund gilt.

„Richtig gewöhnen wir uns an die „Sommerzeit“ nie“, sagt der Chronobiologe Roenneberg und bezog sich dabei auf seine Forschungen über die Steuerug des Schlaf-Wach-Rhythmus.

Auch die österreichische Neurologin Birgit Högl sieht „einfach keinen überzeugenden Grund, die Sommerzeit zu behalten“.

Schlafforscher Zulley fordert die Abschaffung: „Es würde unserer Biologie eher entsprechen, in der Normalzeit zu bleiben“.

Der Wissenschaftler Horst-Werner Korf vom Chronomedizinischen Institut der Universität in Frankfurt/Main sagt: „Wenn sie im Arbeitsleben sind, müssen sie sich ja an den Rhythmus der Gesellschaft anpassen“. Das bedeute auch, daß der biologische Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme sich verändere und der permanente Wechsel zu Funktionsstörungen führe. Insbesondere die Leber (unsere chemische Fabrik) könne sich daran kaum anpassen.

Auch in unserer ärztlichen Praxis klagen die Patienten in der Zeitverschiebung (MESZ) vermehrt über Symptome wie Müdigkeit, Leistungsschwäche, eine erhöhte Infektanfälligkeit und allgemeine Antriebsschwäche. Speziell bei unseren weiblichen Patienten, die keine hormonellen Kontrazeptiva einnehmen, setzt durch diese Uhrzeitverschiebung bedingt die nächsten Folgemonate die Menstruation teilweise bis zu zehn Tagen später ein. Des Weiteren tritt bei Frauen seit Einführung der Sommerzeitverordnung im Allgemeinen die Menopause sehr viel früher ein.

Die Sommer-Zeitverordnung MESZ ist ein massiver Eingriff in den rhythmisch organisierten Hormonhaushalt des Menschen, der letztlich das gesund erhaltende Zusammenspiel der zahlreichen Organe durcheinander bringt und damit das Risiko für vielschichtige Krankheiten – vor allem des Stoffwechsels, der Verdauung und der Leber – erhöht (von Schlafstörungen und psychischen Leiden ganz zu schweigen).

Neben Gesundheitsgefahren aller Art für Kinder und Jugendliche ist es auch erschreckend festzustellen, daß bei den Erwachsenen, die durch die Zeitumstellung verursachten Konzentrationsschwächen, Stimmungsschwankungen, Überlastungen sowie der damit verbundene emotionale Streß immer häufiger in das Krankheitsbild eines „Burn-outs“ oder gar einer Depression münden. Diese Krankheitsbilder nehmen gerade die letzten Jahre ganz erheblich zu und führen zu drastischen Arbeitszeitausfällen.

Laut einer DPA Meldung vom 27.Januar 2015, steigt die die Zahl der Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen und hat 2014 einen Höchststand erreicht. Einer Erhebung der DAK zufolge entfielen im vergangenen Jahr knapp 17 Prozent aller Ausfalltage auf Depressionen, Angststörungen und andere psychische Leiden. Das ist ein Plus von knapp 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Besonders Depressionen belasten die Beschäftigten: Auf 100 DAK-Versicherte kamen 112 Ausfalltage mit dieser Ursache. In den letzten zehn Jahren habe sich die Zahl der Fehltage hier mehr als verdoppelt, hieß es. 2014 meldeten sich 48 Prozent der Erwerbstätigen krank (2013: 51 Prozent). Die Branchen mit dem höchsten Krankenstand waren das Gesundheitswesen, die öffentliche Verwaltung sowie Verkehr, Lagerei und Kurierdienste mit jeweils 4,5 Prozent.

Zudem befinden sich psychische Erkrankungen mit einem Anteil von 38 Prozent auf dem ersten Platz der häufigsten Ursachen für Frühberentungen. Die damit verbundenen Folgen für Gesellschaft und Unternehmen sind erheblich, nach vorsichtigen Schätzungen gehen ca. 763.000 Erwerbtätigkeitsjahre dadurch verloren.

Zudem sorgt in der milcherzeugenden Landwirtschaft die Zeitumstellung für einen enormen Zusatzaufwand. Laut Auskünften des Deutschen Bauernverbandes, des Biolandverbandes und des Demeterverbandes sollen die Landwirte ihre Kühe sechs Wochen lang vor der Uhrumstellung pro Woche zehn Minuten früher füttern und melken, um ihnen den Übergang in die veränderte Zeit zu vereinfachen. Viele Landwirte müssen davon jedoch aufgrund von Arbeitsüberforderung absehen, doch welche Auswirkungen hat der Streß bei den Kühen auf unsere Lebensmittel?

Jede Mutter die gestillt hat weiß, wie schmerzhaft es ist, wenn das Kind eine Stunde später gestillt wird.

Aus unserer Praxis können wir berichten, daß Landwirte, die ihre Kühe schrittweise auf die Uhrzeitumstellung vorbereiten, signifikant weniger chronisch rezidivierende Euterentzündung bei ihren Tieren zu verzeichnen haben. Folge: Der Antibiotikaeinsatz wird drastisch gesenkt.

Jeder, der diese unsere Gesundheitspetition MOMO mit seinem Einsatz unterstützt, leistet für sich und seine Liebsten einen Beitrag in Richtung Gesundheitswiederherstellung.

[Amerkung: Die Petition wurde inzwischen beim Petitionsausschus des Deutschen Bundestages eingereicht. Auch eine erste Antwort liegt dazu vor.]

Wir alle können durch unser gemeinsames Engagement noch mehr Menschen erreichen.

Daher bitte ich Euch alle, laßt unseren Einsatz noch stärker werden, damit wir in Berlin endlich gehört und gesehen werden.

Vielen Dank im Namen aller Betroffener.

Zeitumstellung im Frühling erhöht das Herzinfarkt-Risiko

Zeitumstellung Abschaffen

Laut einer Langzeitanalyse der DAK-Gesundheit erhöht die Zeitumstellung im Frühjahr das Risiko für Herzbeschwerden.

Die Zahlen der letzten drei Jahre machen es deutlich: in den ersten drei Tagen nach Umstellung auf die Sommerzeit kamen 40 statt der im Jahresdurchschnitt 30 Patienten mit Herzbeschwerden ins Krankenhaus. DAK-Krankenhaus-Experte Peter Rowohlt führt dies auf Schlafmangel und die Änderung des Biorhythmus zurück.

Der Hormonhaushalt komme durch die plötzliche Änderung des Tag-Nacht-Rhythmus durcheinander.

In Deutschland wurde die Zeitumstellung im Jahr 1980 eingeführt. Seitdem ist sie auch regelmäßig beliebtes Diskussionsthema. Nach den Ergebnissen einer früheren DAK-Umfrage sprachen sich immerhin 70 Prozent der Deutschen für die Abschaffung der Sommerzeit aus.

Die diesjährige Zeitumstellung findet in der Nacht zum 30. März statt, um zwei Uhr werden die Uhren um eine Stunde vorgestellt. Normalerweise passt sich der Organismus schnell an den neuen Tag-Nacht-Rhythmus an.

Die DAK rät sensiblen Menschen, die unter Müdigkeit, Schlappheit und Einschlafproblemen leiden, in den Tagen vor der Umstellung etwas früher zu Bett gehen. Auch Dragees oder Kräutertees mit Baldrian, Hopfen und Melissen können helfen, Schlafprobleme abzumildern.