Mittlerweile (Stand Januar 2017) liegt auch eine Entscheidung bezgl. aller eingereichten Petitionen zum Thema Sommerzeit-Verordnung vor. Wie zu erwarten „drückt man sich“ herum und hat entschieden die Sache zur „Prüfung“ ans Wirtschaftsministerium weiterzuleiten. Dort liegt die Sache

Es gilt also weiter Druck zu machen und der Sache Gehör zu verschaffen – auch jenseits der Petition. Im Beitrag „Aufruf zur Petition Sommerzeit Verordnung“ finden Sie Adressen und Ansprechpartner an die Sie unbedingt schreiben sollten!

Sie meinen auch, dass die Zeitumstellung endlich abgeschafft werden sollte? Dann fordern Sie hierzu den kostenlosen Informations-Newsletter an. Sie verpflichten dabei zu nichts. Der Newsletter dient nur dazu, sie zu dem Thema auf dem Laufenden zu halten und eventuell über neue oder weitere Petitionen zu informieren:

Zahlreiche Menschen leiden unter der Zeitumstellung. Patienten und zahlreiche Menschen, scheinen dafür zu sein, dass die Zeitumstellung endlich abgeschafft wird. Deswegen soll diese Webseite ein Plädoyer für die Abschaffung der Zeitverstellung (MESZ) und die Beibehaltung der Normalzeit sein.

Die heute gültige Zeitverstellung wurde „uns“ im Jahr 1980 „verordnet“ und bringt uns mit schöner Regelmäßigkeit zweimal im Jahr um den Schlaf.

1980 war aber nicht das erste Mal, dass eine Zeitumstellung eingeführt wurde. Erstmalig gab es so etwas im Jahr 1916. Und auch während des Zweiten Weltkriegs gab es mehrere Verordnungen, die die Sommerzeit an- und wieder abschafften.

In der Nachkriegszeit bis 1949 gab es dann fast jährlich neue Regelungen der Sommerzeit, wo diese mal am 24. Mai, dann am 14. Mai, dann am 6. Mai um 2 Uhr oder 3 Uhr zu beginnen hatte. Es sieht in der Geschichte der Sommerzeit fast so aus, als ob diese sich nach den Wünschen der Politik zu richten hatte und immer dann ihren Puls herab fahren musste, wenn jemand es für opportun hielt.

Kein Wunder also, wenn in Deutschland auch die Zeit kein Mitbestimmungsrecht hat. Denn eigens für diese gibt es ein Einheiten- und Zeitgesetz, dessen Paragraph 5 das Bundeswirtschaftsministerium ermächtigt, entsprechende Verordnungen zu erlassen.

Bis 2001 gab es eine „Zeitverordnung“ von 1997, die dann von 2002 von der Sommerzeit-Verordnung ersetzt wurde, die die Sommerzeit auf unbestimmte Zeit „befahl“. Und damit die Zeit sich auch an die für alle verbindlichen gesetzlichen Auflagen hält, wird sie von einer Atomuhr in Braunschweig kontrolliert, die uns allen sagt, was es geschlagen hat.

Spätestens hier könnte sich mancher fragen, was dieser Unsinn bezwecken soll? Es gibt kein Gesetz, dass die Macht hätte, die Zeit zu kontrollieren. Niemand (mit einigermaßen klarem Verstand), wird das je ins Auge gefasst haben. Aber wofür wird dann dieser Aufwand betrieben, dass es sogar mit einer gesetzlichen Regelung der Zeit einhergeht?

Schmackhaft wurde dem Bürger die Zeitverstellung mit einer Reihe von Vorteilen gemacht, die keine wirklichen Vorteile sind.

Die Hauptbegründung war die Einsparung von Energie. Aber bis heute gibt es dafür keine überzeugenden Beweise, dass hier wirklich Energie gespart wurde.

Dennoch scheint es immer noch Politiker zu geben, die genau dies behaupten – eigentlich unglaublich.

Energieeinsparungen? Pustekuchen!

Eine vergleichende Studie in den USA hat keinen Spareffekt nachweisen können. Hier wurde 2008 ein Vergleich des Stromverbrauchs von fast 224.000 Haushalten im Bundesstaat Indiana durchgeführt, da dort die Sommerzeit erst 2006 eingeführt worden war. Resultat dieses Vergleichs: Der Stromverbrauch war in den Jahren nach der Einführung der „Sommer-Zeit“ um 1 Prozent angestiegen. Es ergaben sich zwar kleinere Einsparungen im Frühjahr, also zu dem Zeitpunkt kurz nach der Umstellung auf die „Sommer-Zeit„. Diese wurden aber wieder „aufgefressen“ und überholt durch einen weitaus höheren Stromverbrauch im Spätsommer und Herbst. Ein anderer Faktor, der die Einsparungen zunichte machte und sogar dieses 1 Prozent drauf setzte, waren der erhöhte Heizbedarf in den frühen Morgenstunden (man stand ja eine Stunde „zu früh“ auf) und eine längere Nutzung von Klimaanlagen an heißen Tagen (man ging ja eine Stunde „zu spät“ ins Bett).

Insgesamt stieg die Elektrizitätsrechnung der Population aus Indiana pro Jahr um 8,6 Millionen Dollar. Laut Recherche der Autoren dieses Berichts kamen noch 1,6 bis 5,3 Millionen Dollar für Umweltschäden dazu, die in einem direkten Zusammenhang mit der Umstellung auf die Sommerzeit standen. Näheres zu dieser Studie finden Sie unter Daylight Savings Time. Das „Handelsblatt“ berichtete ebenfalls über diese Arbeit unter Umstellung auf Sommerzeit erhöht Energieverbrauch.

„Schöne lange Sommerabende“ – Wie bitte?

„Aber es gibt doch auch noch andere Vorteile, die wirklich Vorteile sind, oder?“ – so sagen manche. Da ist zu Fragen: Was denn? Die schönen langen Abende zum Beispiel. Denn die Tageslichtphase liegt im Sommer zeitlich gesehen günstiger. Wenn im Hochsommer die Sonne um 3:30 Uhr Normalzeit aufgeht, dann ist das unter den Bedingungen der Sommerzeit erst um 4:30 der Fall. Das heißt, dass Leute, die um diese Zeit aufstehen müssen, mit der Sonne aufstehen, was bei der Normalzeit nicht der Fall wäre. Bei Normalzeit würde die Sonne schon seit einer Stunde scheinen.

Dementsprechend verschiebt sich der Sonnenuntergang von circa 21:00 Uhr auf 22:00 Uhr — was natürlich hinten und vorne nicht stimmt, denn die Sonne geht weder früher auf, noch später wieder unter. Wir haben nur die Zeit verstellt.

Der Abend wird „anscheinend“ eine Stunde länger. Wer daran gewöhnt ist, etwas früher ins Bett zu gehen, geht bei vollem Sonnenschein ist Bett, wenn er sich nach der Atomuhr in Braunschweig richtet.

Das Tolle an der ganzen Sache ist (und hier ist der Vorteil), dass abendliche Freizeitaktivitäten viel länger bei Tageslicht erfolgen können, begleitet von angenehmen Außentemperaturen. Kein Wunder also, wenn die Stromrechnungen und der Benzinverbrauch in die Höhe schnellen. Denn niemand bleibt mehr zu Hause und nutzt die Zeit mit den Sachen, die Strom und Benzin verbrauchen. Offensichtlich haben diese Vorteile mit geholfen, das Konzept der Energieeinsparung ad absurdum zu führen.

Warum überhaupt noch an der Zeitumstellung festhalten?

Im Jahr 2005 gab es eine Anfrage der FDP-Fraktion, ob es eine Energieeinsparung durch die Zeitumstellung gäbe. Bei der Beantwortung der Frage musste die Bundesregierung zugeben, dass das nicht der Fall sei. Warum aber dann nicht für immer auf Normalzeit umstellen und die Sommerzeit abschaffen? Erklärung der Politiker: Man hält an der Sommerzeit fest, so lange die EU an ihr festhalte.

Der Grund für die fehlende Einsparung kommt aber von der Regierung selbst: Das Umweltbundesamt erklärte, dass die Einsparungen an Strom für Beleuchtung „überkompensiert“ wird durch den Mehrverbrauch an Heizenergie, die durch die Vorverlegung der Hauptheizzeit benötigt wird.

Besonders grotesk wird es jetzt: Energiesparlampen, die eigentlich das machen sollten, was ihr Name verspricht, sind der Grund für eine weitere Erhöhung des Stromverbrauchs, da sie überproportional häufig zum Einsatz kommen. Näheres dazu: Die Sommerzeit bringt nichts vom „Stern“ 2009. Wer dem „Stern“ nicht so recht glauben mag, der schaue sich die Ausführungen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft an: Sommerzeit ist keine Energiesparzeit.

Haben wir es hier mit einem Schildbürgerstreich zu tun? Es sieht fast so aus. Nur, dass ein besonders wichtiger Punkt, noch nicht in Betracht gezogen wurde: Hat so eine kleine Zeitverschiebung von nur einer Stunde auch gesundheitliche Auswirkungen?